Unterwegs in Deutschland: Umweltplakette, Winterreifen, Tempo und Bußgelder
Ein Oberklassefahrzeug in Deutschland zu bewegen verlangt, ein paar Rahmenbedingungen vorher zu klären, die mit dem Fahren selbst wenig zu tun haben: Zufahrt zu Innenstädten, Bereifung, Parken. Besser vorab als an der Schranke einer Tiefgarage.
Umweltzonen und Plakette
Zahlreiche deutsche Städte unterhalten Umweltzonen, in die nur Fahrzeuge mit entsprechender Feinstaubplakette einfahren dürfen — in aller Regel die grüne. Die Plakette hängt an der Schadstoffklasse, nicht am Preis oder am Baujahrgefühl des Fahrzeugs.
Zwei Handgriffe vor einer Stadtfahrt: prüfen, ob die Plakette an der Windschutzscheibe klebt, und die aktuell geltenden Regelungen der jeweiligen Stadt nachsehen. Zuschnitt und Ausnahmen ändern sich öfter, als man erwartet.
Führt Ihre Route in eine Innenstadt, fragen Sie die Plakettenstufe schon bei der Angebotsanfrage ab. Der Vermieter kennt sie, und Sie ersparen sich einen Umweg.
Situative Winterreifenpflicht
Deutschland kennt keine kalendarische, sondern eine situative Winterreifenpflicht nach der Straßenverkehrs-Ordnung: Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte darf nur mit geeigneter Bereifung gefahren werden. Maßgeblich ist inzwischen das Alpine-Symbol, das Schneeflockensymbol im Bergpiktogramm; die alte M+S-Kennzeichnung allein genügt nicht mehr.
Wer bei entsprechender Witterung ohne geeignete Reifen unterwegs ist, riskiert nicht nur ein Bußgeld, sondern auch Probleme mit der Deckung im Schadensfall. Bei einem Mietfahrzeug sollte die Bereifung deshalb Teil der Übergabe sein und nicht der Improvisation überlassen bleiben.
Geschwindigkeiten
- Autobahn: vielerorts ohne generelles Limit, dann gilt die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h
- Landstraße: 100 km/h für Pkw, sofern nichts anderes ausgeschildert ist
- Innerorts: 50 km/h, in vielen Bereichen auf 30 km/h herabgesetzt
- Probezeit: absolutes Alkoholverbot in den ersten zwei Jahren
Die Richtgeschwindigkeit ist kein Tempolimit, hat aber Folgen: Wer sie deutlich überschreitet, kann bei einem Unfall eine Mithaftung tragen, selbst wenn er den Unfall nicht verursacht hat. Bei diesen Fahrzeugen ist der Abstand zwischen gefühlter und tatsächlicher Geschwindigkeit groß — Dämmung und Fahrwerk verdecken das Tempo.
Blitzer und Bußgelder
Verstöße während der Mietzeit werden an Sie weitergereicht: Der Vermieter benennt den Fahrer gegenüber der Behörde. Rechnen Sie zusätzlich zum Bußgeld mit einer Bearbeitungsgebühr und mit mehreren Wochen bis zur Zustellung. Ab bestimmten Überschreitungen kommen Punkte und Fahrverbot hinzu — bei einem Mietfahrzeug bedeutet das zusätzlich eine kurzfristig zu organisierende Rückführung.
Maut und Tanken
Für Pkw wird in Deutschland keine Autobahnmaut erhoben. Anders bei Fahrten in die Nachbarländer: Österreich und die Schweiz verlangen eine Vignette, in Frankreich und Italien wird streckenbezogen abgerechnet. Solche Fahrten setzen ohnehin die schriftliche Zustimmung des Vermieters voraus.
Beim Kraftstoff verlangen die meisten dieser Motoren eine hohe Oktanzahl. Prüfen Sie die Angabe am Tankdeckel, statt sich auf Gewohnheit zu verlassen.
Parken und Abmessungen
- Höhe. Viele Tiefgaragen begrenzen bei etwa 1,80 m, was einige Oberklasse-SUV ausschließt.
- Bodenfreiheit. Rampen, Schwellen und Bordsteine sind die häufigste Ursache für Schäden unter der Frontschürze. Schräg und langsam anfahren.
- Breite. Standardstellplätze lassen wenig Spielraum; bevorzugen Sie Randplätze und bewachte Parkhäuser.
- Felgen. Bordsteinkontakt beim Einparken ist der häufigste Schaden überhaupt und ohne reduzierte Selbstbeteiligung selten gedeckt.
Verkehrsregeln und die Zuschnitte der Umweltzonen ändern sich. Prüfen Sie die zum Zeitpunkt Ihrer Fahrt geltenden Vorgaben bei den offiziellen Stellen.
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